Die Geschichte des Zuckers

Der Mensch ist seit Urzeiten auf Süsses programmiert. Es gibt zum Beispiel keine Giftpflanze mit süssem Geschmack. Eine süsse Beere vermittelt also gleichzeitig die Botschaft: Ich bin essbar. Vor der Entdeckung des Zuckers kannten die Menschen die Süsse nur aus Früchten und vom Wildhonig. Aber schon früh wurde nach Wegen gesucht, den Zucker in reiner Form zu gewinnen.

Die Urform des Zuckers stammt nach amerikanischer Forschung aus Neuguinea. Dort soll das Zuckerrohr bereits zwischen 15'000 und 8'000 v. Chr. entdeckt und genutzt worden sein. Massgeblich weiterverbreitet wurde das Zuckerrohr durch die Araber. Zur Zeit der Kreuzzüge drang die wertvolle Pflanze schliesslich bis an das westliche Mittelmeer vor, von wo aus sie durch die Entdeckungsfahrten nach Westindien, Zentral- und Südamerika gebracht wurde.

Zucker blieb sehr lange Zeit ein rares Gut, das noch im 18. Jahrhundert zu Luxuspreisen gehandelt wurde. 1747 entdeckte der deutsche Chemiker Andreas Marggraf, dass in der Runkelrübe der gleiche Zucker wie im tropischen Zuckerrohr zu finden ist – und wie man diesen aus der Rübe herauslösen kann.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnte sich die Rübenzuckerproduktion in Europa durchsetzen. Um die Jahrhundertwende stammte sogar leicht mehr als 50 Prozent der Weltzuckerproduktion aus Rüben. Seither ist der Rübenzuckeranteil auf zirka 30 Prozent zurückgefallen, obwohl die Rübenzuckererzeugung um das Sechsfache gestiegen ist.

Zu dieser Entwicklung haben vor allem die starke Ausdehnung der Anbauflächen und die Erhöhung der Flächenerträge geführt. Fortschritte in der Pflanzenzucht, verbunden mit höherem Zuckergehalt (von ca. 14 Prozent um 1890 auf bis gegen 19 Prozent heute), chemische und biologische Schädlings- und Unkrautbekämpfung und die Mechanisierung der Feldarbeiten spielten dabei eine Rolle. Parallel zu den Fortschritten im Anbau verlief die Entwicklung im Fabrikationsbereich mit der Stilllegung unwirtschaftlicher Fabriken und Raffinerien sowie der Errichtung rationeller Grossbetriebe mit Übergang zu Fabrikationsverfahren, welche die Herstellung von Weisszucker in einem Arbeitsgang ermöglichen.

Zucker ist ein energiereiches Nahrungsmittel. Generell sollten Sie darauf achten, dass Sie sich nicht zu energiereich ernähren, also mehr Kalorien zu sich nehmen, als Sie tatsächlich verbrauchen. Eingebunden in einen abwechslungsreichen Speiseplan und mit Mass genossen, hat Zucker keine Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Die Ausnahme stellen Diabetiker dar, die aufgrund ihres besonderen Stoffwechsels den Zuckerkonsum kontrollieren müssen.

Zuckerrüben: Süsses aus dem Ackerboden

Die Zuckerrübe gehört zur Familie der Gänsefussgewächse und wird in den gemässigten Klimazonen angebaut. Die Rübenernte beginnt rund 180 Tage nach der Aussaat, in unseren Breitengraden Ende September. Die Kampagne* dauert 60 bis 90 Tage.
Wichtigste Produzenten von Rübenzucker sind heute die EU-Länder, die Ukraine, Russland, die USA, Polen und China.

*Fachausdruck für die Verarbeitung der Zuckerrübe zu Kristallzucker

Zuckerrohr: ein ganz besonderes Gras

Zuckerrohr gehört zu der Familie der Gräser. Die schilfartige, mehrjährige Pflanze gedeiht in den tropischen und subtropischen Zonen. Kurz nach der Blüte, wenn der Zuckergehalt am höchsten ist, wird mit der Ernte begonnen und das Zuckerrohr danach ausgepresst.
Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts stammte der gesamte Zucker des Welthandels aus Zuckerrohr. Die Hauptproduzenten von Rohrzucker sind heute: Indien, Brasilien, Kuba, China, Mexiko, Australien, Thailand, Südafrika, der Süden der USA, Indonesien, Pakistan und die Philippinen.

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